Wenn KI rappt, Barbie philosophiert und Sam surft – Führung, KI und Kommunikation

Manchmal fühlt es sich an wie ein Tool-Tsunami.

KI trifft Führung – mein Aktivierungsvortrag bei der Volksbank Kassel-Göttingen

Es gibt Momente, in denen sich Kreise schließen. Für mich war dieser Vortrag so einer.

Die Volksbank Kassel-Göttingen, früher Kasseler Bank, begleitet mich seit über 25 Jahren. Von den ersten Schritten der SBK Consulting Team GmbH über die Neuausrichtung zu Y-SiTE bis heute. Sie ist meine Bank und mein Partner in allen finanziellen Fragen.

Diese Verbindung ist gewachsen, geschäftlich und vor allem menschlich.

Deshalb war es für mich etwas Besonderes, vor den Führungskräften meiner eigenen Bank zu sprechen. Diesmal über ein Thema, das nicht nur die Finanzwelt, sondern unsere gesamte Arbeitskultur verändert: Künstliche Intelligenz in der Führung.

Aktivierung statt Überwältigung

Mein Ziel war klar. Nur ein bisschen technische Show und nur eine kleine Runde Buzzword-Bingo. Ich wollte, dass die Teilnehmenden verstehen, neugierig werden und Mut fassen.

KI ist längst kein Zukunftsthema mehr. Sie verändert schon heute, wie wir kommunizieren, entscheiden und führen.

Wie KI denkt – und warum sie manchmal halluziniert

Ich habe gezeigt, wie Large-Language-Modelle lernen und warum sie probabilistisch denken, also Wahrscheinlichkeiten statt Fakten bewerten. 


Zur Einstimmung habe ich verschiedene LLMs gefragt, was die erfundene VOBAKG-Methode ist. Die Antworten waren überraschend vielseitig:

  • „Das ist keine Methode, das ist die Abkürzung für Volksbank Kassel-Göttingen.“ (Gemini)
  • „Diese Methode kenne ich nicht, aber es könnte eine volksbankspezifische Projektmanagementmethode sein.“ (Claude)
  • „Dieses Akronym steht vermutlich für: V = Vision, O = Objectives …“ (DeepSeek)

 

Ein schöner Beleg dafür, dass KI nicht „falsch denkt“, sondern mit Wahrscheinlichkeiten spielt, wenn sie keine sicheren Datenpunkte hat.

Im Anschluss habe ich diesen Ansatz mit deterministischen Systemen verglichen, die auf festen Regeln und eindeutigen Entscheidungsbäumen beruhen.

Um dieses Prinzip noch anschaulicher zu machen, mache ich ein Quiz und erzähle dann die Geschichte von Sam, dem Surferjungen aus Kalifornien. Er reitet jede Welle, egal woher sie kommt und egal wie wild sie ist. Genau so arbeitet ein klassisches LLM. Es ist kreativ und flexibel, manchmal atemberaubend, aber nicht immer präzise.

Dann kommt dieser coole Surfboy in die Bankenwelt und man sagt ihm: „Willkommen in Europa, hier surfen wir auf Fakten.“

Also schicken wir ihn zu Dr. RAG (Retrieval-Augmented Generation), der ihm eine ordentliche Portion Realismus injiziert. In München bringen wir ihn in die Surfhalle von Jochen Schweizer, wo jede Welle gleich ist, verlässlich, berechenbar und faktisch sauber.

So lernt unser Surfboy, was Balance bedeutet, nämlich die richtige Mischung aus Kreativität und Verlässlichkeit. Und genau darum geht es auch bei KI in der Führung.

Führung und Prompting: vom Befehl zum Dialog

Im zweiten Teil ging es um den praktischen Einsatz im Führungsalltag.

Wie kann KI helfen, Entscheidungen vorzubereiten? Wie unterstützt sie bei Feedbackgesprächen oder Zielvereinbarungen?

Ich habe meinen Lieblingsansatz gezeigt: Sag der KI, was du willst, und lass sie den Prompt selbst schreiben.

Das verändert alles. Denn dann fragt sie nach, bevor sie antwortet. Sie denkt mit, genau wie ein gutes Teammitglied.

Ich habe typische Führungssituationen vorgestellt: Zielgespräche, Konfliktlösungen, Entwicklungsdialoge. Die Teilnehmenden wählten sich einen Fall aus, und wir haben gemeinsam den passenden Prompt entworfen, ausprobiert und besprochen.

Im weiteren Verlauf konnten die Führungskräfte jeder für sich, ihren eigenen Prompt für ihre eigene Aufgabenstellung entwickeln. Was dabei entstand, war spürbar. Führungskräfte trauten sich, laut zu denken und mit der KI zu experimentieren. Viele waren überrascht, wie empathisch und strukturiert KI reagiert, wenn sie richtig geführt wird. Und sie erkannten, dass gutes Prompting weniger mit Technik zu tun hat, sondern viel mehr mit Kommunikation.

Wenn KI rappt und Barbie philosophiert

Natürlich durfte der Humor nicht fehlen.

Wir haben mit ChatGPT und VEO3 einen KI-Rap erstellt, einen Zungenbrecher zwischen probabilistisch und deterministisch.

„Probabilistische Prompt-Pioniere präsentieren plausible Phrasen, doch deterministische Daten-Denker diskutieren sie konstant.“

Das sorgte für Lacher, aber auch für einen Aha-Moment. Denn es zeigte, wie unterschiedlich kreative und faktenbasierte Systeme ticken und auf welchem Niveau sie inzwischen performen.

Zum Schluss gab es noch ein Bild, das keiner so schnell vergisst. Eine Barbie sitzt mit Bruce Lee an Lee’s Tisch. Sie hebt den Daumen und sagt: „Pro Babi.“ Er antwortet trocken: „Lee’s Tisch.“

Dieser herrlich schräge Abschluss, irgendwo zwischen Philosophie und Klamauk erntete Lacher und Kopfschütteln. Genau so sollte es sein.

Zur Aktivierung: der 4-Wochen-Trainingsplan-Prompt

 Zum Abschluss habe ich ein Werkzeug geteilt. Einen Prompt, der automatisch einen individuellen 4-Wochen-Trainingsplan erstellt. Zehn Minuten täglich, Montag bis Freitag, abgestimmt auf das eigene Berufsbild. Ergänzt durch eigenen Skill-Level und Interesse. Denn KI lernt schnell. Aber wir Menschen lernen nachhaltiger, wenn wir es regelmäßig tun.

Drei Podcast-Tipps für den KI-Alltag

Zum Mitnehmen gab es drei persönliche Empfehlungen:

Der KI-Podcast (ARD) – @klug, kritisch und gesellschaftlich relevant.

KI First – Felix Schlenther – praxisnah und unternehmerisch.

KI und Schmetterlinge – Sascha Lobo – kreativ, unbequem und inspirierend.

Drei Blickwinkel auf ein Thema, das uns alle betrifft. Zusammen bilden sie das perfekte Dreieck aus Gesellschaft, Praxis und Vision.

Mein Fazit

Wenn Technologie auf Haltung trifft, entsteht Neugier statt Angst. Und wenn Führungskräfte verstehen, wie KI denkt, beginnen sie, sie wirklich zu nutzen. Mit Offenheit, Verantwortung und einer guten Portion Humor.

Danke

Ein herzliches Dankeschön an Hanna Wenderoth und Nadine Rathje, die mich nach dem HR-Forum der ADG angesprochen und zu diesem Format eingeladen haben. Grazie Mille!

Es war eine perfekt organisierte, inspirierende und wertschätzende Atmosphäre, in der Neugier und Offenheit spürbar waren.

Kurzprofil und Buchungsinfo

Ich beschäftige mich mit Künstlicher Intelligenz nicht aus Neugier, sondern aus Verantwortung.

Als Inhaber einer Social-Media-Agentur mit 30 Mitarbeitern sehe ich glasklar, welche Umwälzungen auf Kommunikation, Marketing und ganze Organisationen zukommen. KI verändert nicht nur Tools, sondern Denkweisen. Wer sie nicht versteht, wird zum Spielball der Zeit. Wer sie versteht, gestaltet Zukunft.

Ich begleite Menschen und Unternehmen auf genau diesem Weg. Von der ersten Faszination zur souveränen Anwendung. Vom „Wow, was möglich ist“ zum „Wie setzen wir es sinnvoll ein?“

Meine Schwerpunkte liegen auf folgenden Bereichen:

  • Strategie und Didaktik: Ich vermittle KI so, dass Menschen sie wirklich verstehen und anwenden.
  • Praxis und Kreativität: Ich zeige, wie generative KI Text-, Bild- und Videoprozesse beschleunigt, ohne Authentizität zu verlieren.
  • Custom GPTs und Agentenlogik: Ich entwickle spezialisierte KI-Assistent:innen für Kommunikation, Recruiting und Compliance, praxisnah, transparent und teamfähig.
  • Ethik und EU AI Act: Ich helfe, KI verantwortungsvoll einzuführen, ohne Angst, aber mit Bewusstsein für Risiken und Regulierung.

Ich bin kein Data Scientist und das ist gut so. Meine Stärke liegt im Übersetzen: zwischen Mensch und Maschine, zwischen Neugier und Nutzen, zwischen Theorie und Anwendung.

Mein Ziel ist, dass Menschen KI nicht als Bedrohung erleben, sondern als Werkzeug, das sie befähigt, ihre Arbeit klüger, kreativer und menschlicher zu gestalten.

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